5 Fakten, die Sie über elektronischen Rechnungsversand an Behörden ab November 2020 wissen sollten

1. Stichtag ist der 27.11.2020

Alle Lieferanten für öffentliche Auftraggeber des Bundes werden ab dem 27.11.2020 verpflichtet, ihre Rechnungen elektronisch zu stellen. Ausnahmen sind in geringem Umfang möglich, wie beispielsweise bei Direktaufträgen unter der Bagatellgrenze von 1.000 Euro oder bei einigen verteidigungs- und sicherheitsspezifischen Aufträgen. Die Umsetzung der Bundesländer erfolgt spätestens mit der Frist im April 2021.

2. Die Gesetzesgrundlage

Die Grundlage für die Einführung der elektronischen Rechnung ist die Europäische Richtlinie 2014/55/EU aus dem Jahre 2014, deren Umsetzung durch das europäische Normungsgremium CEN am 28. Juni 2017 mit der Norm EN 16931 "Elektronische Rechnungsstellung" veröffentlicht wurde.

Das Bundeskabinett verabschiedete im Sommer 2016 einen entsprechenden Gesetzesentwurf zur Umsetzung der EU-Richtlinie und im September 2017 wurde die E-Rechnungs-Verordnung vom Bundeskabinett hinzugefügt.

Im Nachgang zur Bundesgesetzgebung sind die einzelnen Bundesländer aufgefordert worden die Verordnung in Landesrecht umzusetzen. Durch die föderale Struktur in Deutschland ergeben sich daraus dann unterschiedliche Rahmenbedingungen für und in den verschiedenen Länderbehörden und Kommunen der Bundesländer.

3. Das Austauschformat

Als Austauschformat wurde von der KOSIT (Koordinierungsstelle für IT-Standards) im Auftrag der Bundesregierung das Format XRechnung entwickelt, ein CEN konformes XML Format mit spezifischen Erweiterungen für die deutschen Behörden. Exemplarisch sei hier die Leitweg ID zur Adressierung der Empfänger bei Behörden erwähnt.

4. Rechnungen müssen an das ZRE übermittelt werden

Für die Übermittlung an oberste Bundesbehörden wurde ein Zentrales Rechnungseingangsportal ZRE implementiert, zur Übermittlung von elektronischen Rechnungen an Einrichtungen der mittelbaren Verwaltung steht das OZG-RE der Bundesdruckerei zur Verfügung, welches auch von einigen Bundesländern genutzt wird. Andere Bundesländer haben sich entschieden eigene Portale zur Übermittlung von Rechnungen zu implementieren oder wie beispielsweise Bayern, nur einen dezentralen Empfang anzubieten.

5. Noch nicht alle Details sind in „trockenen Tüchern“

Obwohl die Zeit bis zum Stichtag im November langsam knapp wird, sind noch nicht alle Details in allen Bundesländern in der Umsetzung finalisiert. Auf der Webseite des Verbandes elektronische Rechnung (VeR) in dem DiCentral auch Mitglied ist, finden sie eine Übersichtskarte zum jeweiligen Implementierungsstand.

Ich halte mich für Sie ständig auf dem Laufenden. Über die Hintergründe, Voraussetzungen im ERP und über den E-Rechnungsversand an Behörden mit EDI Com berichte ich am 18.06.2020:

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Beste Grüße,
Ihr Michael Hoch

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Michael Hoch
Mit mehr als 20 Jahren Branchenerfahrung ist Michael Hoch versierter Experte für Electronic Data Interchange (EDI). Seit drei Jahren unterstützt er Kunden im Bereich E-Invoicing und ist bestens im Bilde über neueste Entwicklungen rund um X-Rechnung, ZUGFeRD und co. 

 

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